„Mir ist es wichtig, dass innerhalb einer Partei auch diskutiert wird"
Als Abgeordneter darf ich viele spannende Gespräche führen. Besonders inspirierend sind aber oft die Begegnungen mit den Menschen in meinem Wahlkreis – bei uns zu Hause. Daher möchte ich an dieser Stelle jedes Mal eine Persönlichkeit vorstellen, die ich auf eine Tasse Tee oder Kaffee treffen durfte.
Name: Marianne Janz
Alter: 52 Jahre
Familie: verheiratet, zwei erwachsene Kinder
Beruf: Bürokauffrau in der Immobilienverwaltung
Grüner OV: Bottwartal
Ich kann Euch dabei helfen: Wenn Frauenpower gebraucht wird, einfach fragen!

Liebe Marianne, im Wahlkampf hast Du zu meinen größten Unterstützerinnen gehört. Es gab nichts, was Dich bremsen konnte. Woher nimmst Du diese Energie?
Meine Kollegen nennen mich „Rampensau“. Im Ortsverband habe ich deshalb einen Posten bekommen für besondere Aufgaben. Im Ehrenamt möchte ich wirksam sein. Politik sollte schließlich dafür da sein, auch etwas zu erreichen.
Wahlkampf hast Du schon gemacht, bevor Du bei den Grünen eingetreten bist.
Als die Ampel-Regierung zerbrochen ist, habe ich mir viele Fragen gestellt. Da habe ich mir gedacht: Jetzt musst Du aktiv werden. Über den Helferaufruf von Robert Habeck bin ich dann spontan zum Haustürwahlkampf in Erdmannhausen gekommen und habe am selben Abend noch den Mitgliedsantrag ausgefüllt. Dabei habe ich gar nicht erwartet, so herzlich aufgenommen zu werden. Schließlich bin ich gar nicht so eine typische Grüne – dachte ich.
Dabei stehst Du doch für eine klare Haltung.
Mir ist es wichtig, dass innerhalb einer Partei auch diskutiert wird und verschiedene Meinungen ok sind. Nur wenn auch mal jemand kritisch ist, entwickeln sich Argumente weiter. Wenn wir Klimaschutz ernsthaft betreiben wollen, müssen wir die Menschen mitnehmen. Und ich nehme das ernst: Ab 26°C ist für meinen Körper schon heute Weltuntergang. Was die Verkehrswende angeht, bin ich deshalb froh, dass nun der Boom des E-Autos los geht. Wenn die Menschen eben individuell mobil sein wollen, dann bin ich froh um jeden, der auf ein grünes Fahrzeug umsteigt.
Selbst bist Du aber meistens zu Fuß unterwegs.
Das liegt an meinem Hobby als Pokemon-Go-Spielerin. Als der Trend aufzog, hat mich meine Tochter zum mitmachen überredet. Für sie war das Spiel schnell wieder langweilig. Ich bin jedoch hängengeblieben. Dabei ist Pokemon für mich auch ein Statement: Innerhalb der Community engagieren wir uns gegen Diskriminierung und fördern Begegnungen. Digitalisierung muss also nicht zwingend zur Vereinsamung führen, wenn wir sie richtig nutzen. Das sollten auch unsere Kommunen lernen.
Darin steckt ein Appell an die Politik vor Ort.
Ich wünsche mir, dass Gemeinderatssitzungen digital übertragen werden und wir noch viel mehr niederschwellige Angebote schaffen. Mich macht das wütend, wenn die Behauptung mitschwingt, dass normale Leute „zu dumm“ für Politik wären. Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass man versteht, was wir sagen. Und zu zeigen, dass es sich lohnt, sich einzumischen.
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